Kurzzusammenfassung
- Squid Game lief von September 2021 bis Juni 2025 in drei Staffeln auf Netflix und ist mit 1,65 Milliarden Streaming-Stunden in den ersten 28 Tagen nach Staffel-1-Start die meistgestreamte Netflix-Serie aller Zeiten.
- Das Staffel-1-Ensemble um Lee Jung-jae, Hoyeon, Park Hae-soo und Lee Byung-hun wurde zur bekanntesten koreanischen Schauspielergruppe außerhalb Koreas – und das, obwohl fast alle von ihnen im Westen bis dahin vollständig unbekannt waren.
- Hoyeons Karrieresprung nach Staffel 1 ist der radikalste Einzelfall des Streaming-Zeitalters: Vom Modell mit 400.000 Instagram-Followern zur Louis-Vuitton-Globalbotschafterin mit über 23 Millionen Followern – in weniger als drei Wochen.
Lee Jung-jae als Gi-hun: Vom koreanischen Serienstar zum meistgestreamten Netflix-Gesicht der Welt
Die Geschichte von Lee Jung-jae beginnt nicht mit Squid Game. Sie beginnt in einem Café im Gangnam-Distrikt von Seoul, wo ein junger Mann aus bescheidenen Verhältnissen – sein Großvater hatte durch eine gescheiterte Politikkarriere das Familienvermögen verloren – als Kellner arbeitete, bis ihn der Modedesigner Ha Yong-soo entdeckte. Das war Anfang der 1990er-Jahre.
Lee Jung-jae wurde am 15. Dezember 1972 in Icheon, Gyeonggi-do, geboren. Nach seiner Zeit als Model debütierte er 1993 als Schauspieler in der Serie Dinosaur Teacher. 1995 machte ihn die koreanische Kultserie Sandglass über Nacht zum Stern – eine Produktion, die in Südkorea so etwas wie eine Generations-TV-Erfahrung war. Im Jahr 2000 übernahm er die männliche Hauptrolle in Il Mare, einem romantischen Fantasyfilm, der 2006 in Hollywood als Das Haus am See mit Keanu Reeves und Sandra Bullock neu verfilmt wurde.
Als Squid Game 2021 anlief, blickte Lee Jung-jae auf fast 30 Jahre Schauspielerfahrung zurück – mehr als 30 nationale und internationale Produktionen, mehrere Preise, darunter den Blue Dragon Award als bester Nebendarsteller. Im Westen kannte ihn trotzdem niemand. In einem Interview beschrieb er es selbst so: Er habe zuvor schon in vielen Filmen und Serien gespielt – man kannte sie nur außerhalb Koreas nicht. Squid Game sei der Game Changer gewesen. Über Nacht habe Hollywood ihn auf dem Radar gehabt.
2022 wurde er als erster asiatischer Schauspieler überhaupt mit einem Emmy als bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie ausgezeichnet. Als nächstes folgte die Star-Wars-Serie The Acolyte (2024), in der er die Hauptrolle des Jedi-Meisters Sol übernahm – ein weiterer Schritt in eine Karriere, die sich nach drei Jahrzehnten neu erfand.
Das Staffel-1-Ensemble: Hoyeon, Park Hae-soo, Lee Byung-hun und die Figuren, die die Serie prägten
Hoyeon als Kang Sae-byeok (Spieler 067) – die nordkoreanische Überläuferin, die mit dem Preisgeld ihre Familie aus Nordkorea herausholen will. Hoyeon Jung, 1994 in Seoul geboren, war bis September 2021 primär als Model bekannt: Sie begann 2010 auf der Seoul Fashion Week, belegte 2013 den zweiten Platz bei Koreas Next Top Model und unterschrieb 2016 einen exklusiven Vertrag mit Louis Vuitton, für das sie seitdem auf internationalen Laufstegen auftrat. Squid Game war ihr absolutes Schauspieldebüt – und sie gewann dafür den Screen Actors Guild Award als beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie, noch vor jeder weiteren Erfahrung vor der Kamera.
Was danach passierte, ist singulär: Innerhalb von drei Wochen nach Serienstart wuchs ihre Instagram-Followerzahl von 400.000 auf über 23 Millionen – sie wurde damit zur meistgefolgten koreanischen Schauspielerin auf der Plattform. Louis Vuitton ernannte sie zur globalen Markenbotschafterin. Alfonso Cuarón besetzte sie in seiner Apple-TV+-Serie Disclaimer; Michael Fassbender und Alicia Vikander spielten neben ihr im Film Hope.
Park Hae-soo als Cho Sang-woo (Spieler 218) – Gi-huns Kindheitsfreund, brillanter Absolvent der Seoul National University, der durch Betrug und Spielschulden alles verloren hat. Sang-woo stirbt im Finale. Park Hae-soo, 1981 in Seoul geboren, war vor Squid Game vor allem als Theaterschauspieler und aus der koreanischen Serie Prison Playbook bekannt.
Lee Byung-hun als Front Man (Hwang In-ho) – der maskierte Anführer der Spiele, der selbst einmal Gewinner war. Lee Byung-hun, 1970 in Seoul geboren, ist eine der wenigen koreanischen Schauspielerpersönlichkeiten, die vor Squid Game international bekannt waren: Terminator Genisys, G.I. Joe: The Rise of Cobra, The Magnificent Seven. Er kehrte in Staffel 2 und 3 zurück und ist einer der wenigen Staffel-1-Figuren, die die Trilogie überlebt haben.
Wi Ha-joon als Hwang Jun-ho – der Polizist, der undercover in die Spiele eindringt und der Bruder des Front Man ist. Wi Ha-joon, 1990 in Seoul geboren, war vor allem aus der Romanze Romance is a Bonus Book bekannt.
Oh Yeong-su als Oh Il-nam (Spieler 001) – der alte Mann, dessen Enthüllung eine der tragendsten Wendungen der ersten Staffel darstellt. Oh Yeong-su, 1944 geboren, ist ein Veteran des koreanischen Theaters und Films. Er gewann für Squid Game den Golden Globe als bester Nebendarsteller – und wurde kurz danach wegen eines Körperverletzungsvorwurfs verurteilt, was die internationale Aufmerksamkeit auf sein weiteres Schicksal lenkte.
Gong Yoo als Anwerber – der mysteriöse Mann im Zug, der Gi-hun in die Spiele lockt. Gong Yoo, 1979 in Busan geboren, übernahm bewusst eine Nebenrolle, obwohl er in Korea einer der bekanntesten Schauspieler seiner Generation ist. Er ist aus dem koreanischen Blockbuster Train to Busan (2016) und der Serie Goblin bekannt – und sein kurzer Auftritt in Squid Game wurde international zu einem der meistdiskutierten Momente der Serie.
Neuzugänge in Staffel 2 und 3: Wer kam hinzu – und wer überlebte?
Staffel 2 startete am 26. Dezember 2024 auf Netflix und erzielte innerhalb von 18 Tagen 152,5 Millionen Aufrufe. Lee Jung-jae und Lee Byung-hun kehrten als Hauptfiguren zurück; Hoyeon und Park Hae-soo nicht – ihre Figuren sind in Staffel 1 gestorben.
Die wichtigsten Neuzugänge:
Im Si-wan als Spieler 333 – ein ehemaliger Idol-Sänger, der nach dem Scheitern seiner Karriere in die Spiele gerät. Im Si-wan, 1988 in Jeongeup geboren, war zuvor aus der Historienfilm-Reihe The Attorney und der Serie Run On bekannt.
Kang Ha-neul als Spieler 388, Dae-ho – ein Ex-Marine mit harter Fassade und verletzlichem Kern. Kang Ha-neul, 1990 in Seoul geboren, gehört zu den bekanntesten koreanischen Schauspielern seiner Generation und war in Mourning Grave und Twenty zu sehen.
Park Sung-hoon als Hyun-ju (Spieler 120) – eine Transfrau, die mit dem Preisgeld ihre geschlechtsangleichende Operation finanzieren möchte. Die Darstellung einer trans Hauptfigur in einer südkoreanischen Mainstream-Produktion war eine der meistdiskutierten Casting-Entscheidungen der Staffel – in einem Land, das in Fragen der LGBTQ-Repräsentation als konservativ gilt.
Yim Si-wan, Choi Seung-hyun (bekannt als T.O.P. von BigBang) und Yang Dong-geun vervollständigten den Staffel-2-Cast als weitere Spieler mit unterschiedlichen Motivationen.
Staffel 3 erschien am 27. Juni 2025 und bildet das Serienfinale. Gi-hun kehrt zurück; das Finale wurde von Lee Jung-jae selbst als emotional intensiv beschrieben. Der genaue Ausgang des Franchise-Endes bleibt hier aus urheberrechtlichen Gründen ohne Spoiler.
Was Squid Game über koreanisches Kino und westliche Streaming-Dominanz sagt
Squid Game erschien im September 2021 – zwei Jahre nach Parasites Oscar-Gewinn als erster nicht-englischsprachiger Bester Film der Akademiegeschichte. Beides sind Symptome desselben Phänomens: der Korean Wave, die als Hallyu bezeichnet wird und seit den späten 1990ern koreanische Popkultur exportiert – zunächst in Asien, dann weltweit durch K-Pop-Gruppen wie BTS und Blackpink, und schließlich durch Film und Fernsehen.
Squid Game war das erste nicht-englischsprachige Netflix-Original, das Platz eins der Streaming-Charts in den USA erreichte. In den ersten 28 Tagen wurden 1,65 Milliarden Stunden Wiedergabezeit registriert – ein Wert, der alle Vorgängertitel in den Schatten stellte. Die Frage, ob westliche Zuschauer Untertitel akzeptieren würden, stellte sich nach diesen Zahlen nicht mehr.
Für die beteiligten Schauspieler bedeutete das konkret: Lee Jung-jae wurde nach 30 Jahren Karriere international sichtbar. Hoyeon wechselte in einem Monat die Karriere. Park Hae-soo erhielt Angebote für europäische Koproduktionen. Gong Yoos Gastrolle reichte aus, um ihm bei einem westlichen Publikum Bekanntheit zu verschaffen, die selbst Train to Busan nicht erreicht hatte.
Was Showrunner Hwang Dong-hyuk dabei besonders betonte: Die Serie war kein internationales Koproduktionsprojekt, sondern eine genuin koreanische Produktion – mit koreanischem Budget, koreanischem Cast und einer Gesellschaftskritik, die spezifisch auf die südkoreanische Schulden- und Leistungskultur abzielte. Dass ein westliches Publikum diese Spezifität nicht als Hindernis, sondern als Qualitätsmerkmal empfand, war die eigentliche Aussage der Zahlen.
Häufige Fragen
Wer spielt Gi-hun in Squid Game? Seong Gi-hun, Spieler 456, wird von Lee Jung-jae gespielt, einem südkoreanischen Schauspieler, der am 15. Dezember 1972 in Icheon, Gyeonggi-do, geboren wurde. Lee war vor Squid Game seit fast 30 Jahren in Südkorea ein bekannter Film- und Fernsehstar, im Westen jedoch unbekannt. 2022 gewann er als erster asiatischer Schauspieler den Emmy als bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie.
Wer spielt Spieler 067 in Squid Game? Spieler 067, Kang Sae-byeok, wird von Hoyeon gespielt – einer südkoreanischen Schauspielerin und Topmodel, die 1994 in Seoul geboren wurde. Squid Game war ihr absolutes Schauspieldebüt. Nach dem Start der Serie wuchs ihre Instagram-Followerzahl innerhalb von drei Wochen von 400.000 auf über 23 Millionen; Louis Vuitton ernannte sie zur globalen Markenbotschafterin. Sie gewann den Screen Actors Guild Award als beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie.
Wie viele Staffeln hat Squid Game und ist die Serie beendet? Squid Game umfasst drei Staffeln: Staffel 1 erschien im September 2021, Staffel 2 am 26. Dezember 2024 und Staffel 3 am 27. Juni 2025. Mit Staffel 3 endete die Serie; Showrunner Hwang Dong-hyuk hat keine weiteren Staffeln angekündigt. Eine US-amerikanische Adaption befindet sich laut Berichten in früher Entwicklung unter David Fincher.
